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    Gemeinschaftspraxis und Teilberufsausübungsgemeinschaft

    Eine Vielzahl von Vertragsärzten, namentlich von Fachärzten, arbeitet in Gemeinschaftspraxen oder Teilgemeinschaftspraxen zusammen. Andere haben sich zu Praxisgemeinschaften zusammengeschlossen; bei den Psychotherapeuten sind Gemeinschaftspraxen und auch Praxisgemeinschaften eher die Ausnahme.

    Die Gemeinschaftspraxis ist eine Berufsausübungsgemeinschaft: Die Teilnehmer, die sich fachgleich, fachübergreifend, örtlich oder überörtlich in der Rechtsform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder der Partnerschaftsgesellschaft mit einem Gemeinschaftspraxisvertrag organisieren, treten gemeinsam als Anbieter auf, schließen die Behandlungsverträge mit den Patienten gemeinsam und wirtschaften in eine Kasse, aus der sie die Gewinne nach Maßgabe des Gesellschaftsvertrages verteilen. Arbeiten Ärzte oder Psychotherapeuten nur auf einem Teilgebiet mit anderen zusammen, so kann das unter bestimmten Voraussetzungen in der sogenannten Teilberufsausübungsgemeinschaft oder Teilgemeinschaftspraxis auch neben den jeweiligen Hauptberufsausübungsgemeinschaften geschehen. Die Berufsausübungsgemeinschaft haftet der Kassenärztlichen Vereinigung gegenüber bei sachlich-rechnerischen Richtigstellungen, Honorarkürzungen und Regressen und Patienten gegenüber aus Behandlungsfehlern jeweils gesamtschuldnerisch. Da die Berufsausübungsgemeinschaft als solche dem Patienten gegenübertritt, befreit der Patient die Mitglieder mit dem Betreten der Gemeinschaftspraxis konkludent von der Schweigepflicht untereinander – nur deshalb ist eine gemeinsame Patientenkartei zulässig.

    Die gemeinschaftliche Berufsausübung bedarf der vorherigen Genehmigung der Zulassungsgremien; das gilt auch für die Überörtlichkeit der Kooperation und für die Teilberufsausübungsgemeinschaft. In beiden Fällen gibt es eine Reihe diffiziler medizinrechtlicher Probleme, die anwaltliche Unterstützung durch Fachanwälte für Medizinrecht verlangen.