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    Gemeinschaftspraxisvertrag

    Die Charta der Gemeinschaftspraxis oder Berufsausübungsgemeinschaft von Ärzten ist der Gemeinschaftspraxisvertrag, ein komplexes und notwendig auf die individuellen Gegebenheiten zuzuschneidendes Vertragswerk.

    Vieles muss bedacht werden: Wahl der Rechtsform (BGB-Gesellschaft oder Partnerschaftsgesellschaft?), Einlagen, Gewinn- und Verlustverteilung, Haftung, Krankheit, Kündigung – eventuell erleichtert während einer gesellschaftsrechtlichen Erprobungsphase –, Nebentätigkeiten, Ausscheiden und Abfindung sowie Wettbewerbsverbote. Der gemeinsame Wille der Vertragsbeteiligten sollte zu all diesen Themen unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung mit fachanwaltlicher Hilfe rechtssicher formuliert werden. Die Vorgaben des Medizinrechts, des ärztlichen Berufsrechts und des Vertragsarztrechts sind einzuhalten.

    Gemeinschaftspraxisverträge werden leider in bestimmten Fällen auch gekündigt. Die dann folgenden gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzungen können existenziell bedrohlich sein. Da sie vor den Landgerichten ausgetragen werden, besteht Anwaltszwang, sodass eine frühzeitige anwaltliche Begleitung im allgemeinen Kosten spart. Gesellschaftsrechtliche Auseinandersetzungen, wie Kündigung, Ausschließung und Ausscheiden aus der Gesellschaft, haben stets vertragsarztrechtliche Konsequenzen, die vor jedem Schritt sorgsam beleuchtet werden sollten.