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    Medizinisches Versorgungszentrum

    Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) ist mit dem GKV-Modernisierungsgesetz vom 14.11.2003 als vertragsärztlicher Leistungserbringer eingeführt worden, erweitert die Handlungsoptionen für Ärzte und gestattet Krankenhäusern den Zutritt zum ambulanten Sektor. Gem. § 95 Absatz 1 Satz 2 SGB V sind MVZ fachübergreifende ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte, die in das Arztregister eingetragen sind, als angestellte Ärzte oder Vertragsärzte tätig sind. MVZ können nach einer einengenden Änderung des Gesetzes nurmehr von zugelassenen Krankenhäusern, zugelassenen Ärzten, Erbringern nichtärztlicher Dialyseleistungen und von gemeinnützigen Trägern, die kraft Zulassung oder Ermächtigung an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, gegründet werden.

    Medizinische Versorgungszentren können sich dabei nur bestimmter Organisations- bzw. Rechtsformen bedienen; die Vertragswerke sind komplexer Natur, weil berufsrechtliche, vertragsarztrechtliche, zivilrechtliche und wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen sind.

    Bei der Gründung und Zulassung eines MVZ ergeben sich Fragen vertragsarztrechtlicher, berufsrechtlicher und kautelarjuristischer Natur; Fehler können für die beteiligten Vertragsärzte zum Zulassungsverlust und in das wirtschaftliche Desaster führen. Aufgrund der Komplexität und Vielschichtigkeit von Zulassungsverfahren und vertraglicher Gestaltung sollten die Gründer sich unbedingt der Hilfe eines Fachanwalts für Medizinrecht bedienen. Das gilt in gleichem Maße für die Strukturierung der Arbeit im MVZ, namentlich für die Gewährleistung der persönlichen Leistungserbringung, für die Honorarabrechnung nach den Honorarverteilungsverträgen bzw. –maßstäben bei Teilzeitanstellungen, für die Erweiterung des MVZ, nicht zuletzt aber für Krisensituationen wie die Plausibilitätsprüfung, den Wegfall der Gründungsvoraussetzungen, die Entziehung der Zulassung oder die Insolvenz des MVZ-Trägers.