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    Hälftiger Versorgungsauftrag

    Namentlich für Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten hat die durch Gesetzesänderung eingeführte Möglichkeit an Bedeutung gewonnen, nur im Umfang eines hälftigen Versorgungsauftrages zugelassen oder ermächtigt zu werden oder aber im Umfange eines hälftigen Versorgungsauftrages auf die eigene Zulassung zu verzichten und bei Weiterführung eines halben Sitzes die Ausschreibung zur Nachbesetzung einer „halben Praxis“ zu stellen. Die Verfahrensweise entspricht im Wesentlichen derjenigen der Nachfolge in eine ausgeschriebene Praxis. Da der „hälftige“ Abgeber im Allgemeinen in seinen Räumen tätig bleibt und dort keine Möglichkeit besteht, zu zweit zu arbeiten, lassen einige Zulassungsausschüsse den gleichzeitigen Sitzverlegungsantrag des Übernehmers zu. Von zentraler Bedeutung ist, dass – anders etwa als beim Job-Sharing – die hälftige Praxisabgabe einen sukzessiven Ausstieg aus der vertragspsychotherapeutischen Versorgung ohne Leistungsdeckelung beider Beteiligter ermöglicht, denn nach den Regelungen der Honorarverteilungsverträge steht sowohl dem Abgeber als auch dem Übernehmer je ein hälftiges zeitbezogenes Kontingent oder Budget zur Verfügung.