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Sonderbedarfszulassung von Psychotherapeuten

Im Bereich der Psychotherapie und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie steht der bedarfsplanerisch ausgewiesenen Überversorgung oftmals ein erheblicher, nicht befriedigter Bedarf nach psychotherapeutischen Leistungen gegenüber. Anträge auf lokale oder qualifikationsbezogene Sonderbedarfszulassung, die beim für den angestrebten Sitz zuständigen Zulassungsausschuss zu stellen sind, haben deshalb häufig Erfolg.

Gemäß § 36 der Bedarfsplanungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses liegt ein lokaler Sonderbedarf vor, wenn in einer Region, die vom beantragten Sitz aus versorgt werden soll und kann, die Versorgungslage unzureichend ist. Wegen eines qualifikationsbezogenen Versorgungsbedarfs wird eine Sonderbedarfszulassung ausgesprochen, wenn für bestimmte Leistungen, für die der Antragsteller die Qualifikation hat, im Planungsbereich ein Mangel dargetan ist. Der jeweilige Sonderbedarf muss dabei dauerhaft erscheinen. Als „besondere Qualifikation“ gilt die Berufsbezeichnung des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts sind sowohl in der Psychotherapie als auch in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie die beiden psychotherapeutischen Richtlinienverfahrensrichtungen (psychoanalytisch begründet und verhaltenstherapeutisch) eigene Versorgungsbereiche, für die im Planungsbereich bedarfsgerechte Angebote zur Verfügung stehen müssen. Die Inanspruchnahme fachanwaltlicher Hilfe ist bei der Umsetzung dieser Rechtsprechung in erfolgreiche Anträge „ihr Geld wert“.